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Mein Ersatz für Aufklärungsgespräche...

"Veganer werden ist nicht schwer, vegan sein dagegen sehr?" Jetzt kommt Jammern auf hohem Niveau!

Ja, ich bin vegan.
Ja, ich hab noch Spaß am Leben.
Sogar mehr als ab und zu.
Ja, veganes Essen schmeckt super lecker. Kaum zu glauben!

Nein, ich kann nicht "gar nichts" mehr essen.
Nein, ich habe weder Eisen- noch Eiweiß noch sonst einen Mangel. Meine Blutwerte sind wie aus dem Bilderbuch.

Nein, ich fühle mich nicht ausgegrenzt aus der Gesellschaft.
Und ja, ich werde das auch weiterhin so halten. Also vegan sein. Weil es der bestmögliche Weg für mich ist. Ich finde es war die beste Entscheidung meines bisher knapp 32 Jahre dauernden Lebens, vegan zu werden.

Soviel dazu, und nun zum eigentlichen Anlass meines Blogs.

Ich hab überhaupt keinen Bock mehr, ständig immer nur über "das eine Thema" reden zu müssen. Ich will nicht mehr ständig über das vegan sein reden. Alle fragen, fragen, fragen. Wollen Tipps, Hintergründe, Zusammenhänge, Erklärungen.

Das ist, als wäre ich "nur noch" Veganer und alle anderen menschlichen Eigenschaften rutschen in den Hintergrund. Ich bin doch kein Missionar! Und wozu gibts google? Ich hab mir mein Wissen auch selbst erarbeitet. Und nur weil ich vegan lebe, heisst das nicht, dass ich ständig darüber reden will. Ihr redet ja auch nicht ständig über euer Essen und wie ihr damit lebt.

Ok, das war jetzt irgendwie ziemlich aggro, tschuldi.

Wiedergutmachung:
Klar, es ist total toll, wenn Menschen sich dafür interessieren, wieso, weshalb und warum man vegan lebt. Noch toller ist es, wenn sie während dieser Unterhaltung nicht schon von vornherein entschieden haben, meine Antworten als "Gelaber" abzutun, sondern sich wirklich ein aktiver Denk- und im Ideallfall auch ein Erkenntnisprozess daraus ergibt.
Das ist toll, super, erstrebenswert. Und je mehr Menschen anfangen, mal über "das, was abgeht in der Welt" nachzudenken, desto besser.

Ich weiß ja, dass viele ein Lied davon singen können, wie oft man als Veganer dumm angemacht wird und auf Ignoranz oder Unverständnis trifft. Mir passiert das nie. Warum? Ich will auch mal!


Komischerweise passiert mir (fast) immer nur das Gegenteil. Die Menschen, die von meiner veganen Lebensweise erfahren, fragen mit der Zeit immer mehr. Akzeptieren es, berücksichtigen es, nehmen mich ernst. Wollen mit mir kochen. Wollen wissen, wann ich was wo wie und warum einkaufe.

Und einige wollen es dann wirklich mal ausprobieren und tun es auch. Oder weden sogar "richtig" vegan.
Das ist toll. Ich hab scheinbar nur tolle Menschen um mich rum! Mein Bruder z.B. war an Weihnachten da, wir haben zusammen gekocht, und vor 2 Tagen erfahre ich dann, dass er seitdem ausschließlich und vollkommen freiwillig (und OHNE, dass ich ihn davon überzeugen wollte) vegan gelebt hat.
Geil, oder? -Ja!

Aber irgendwie nervts mich trotzdem. So sehr, dass ich jetzt allein durch das Schreiben genervt bin und gleich aufhöre.

Nichtsdestrotrotz habe ich die Sache für meinen ersten Eintrag relativ rund gemacht. Denn, was ich eigentlich sagen wollte, ist: Ich schreibe diesen Blog, damit ich in Zukunft im wahren Leben auch über andere Sachen reden kann. Hoffentlich.

See you later

9.1.14 12:50

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