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Passenderweise habe ich das grade kürzlich mit einem Freund andiskutiert, der kein Veganer ist.

Der Freund sagt: Man kann (vor allem auf dem Land) nicht Essen gehen, weils meistens noch nicht mal was Vegetarisches auf der Karte gibt. Und auf Gemüse mit Kartoffeln hätte er keine Lust. Auch nicht auf diese Sonderstellung, ständig was Extra bestellen zu müssen.

Fazit: Er isst lieber das (leckere Fleisch), was auf der Karte steht. Gehört sich ja auch so.

Was kann ich dazu sagen?


Restaurants sind Dienstleistungsunternehmen, die am Wunsch des Kunden orientiert sein sollten.

Wenn man höflich, nett und charmant fragt, ob der Koch einem auch was leckeres Veganes zaubern kann, macht man doch nichts falsch. Vegan kochen ist ja auch nicht schwer.

Ne gut gewürzte Gemüsepfanne mit Kräutern und Olivenöl schmeckt SUPER. Und wer sich Koch schimpft, sollte das hinbekommen. Wer das nicht kann, kann auch sonst nix außer TK-Essen auftauen. Und in solchen Läden will ich auch nicht essen gehen - leider gibts die wie Sand am Meer.

Und welcher gut ausgebildete Koch freut sich nicht mal über ein wenig Abwechslung im Arbeitsalltag? Das ist doch quasi das Salz in der Suppe. Mich jedenfalls langweilt ständige Routine.

Klar, wenn grad Stoßzeit ist, wird er sich vllt. nicht drüber freuen, aber dann kann das ja auch kommuniziert werden. Ich war noch nie sauer, wenn die Bedienung mir nett und höflich und respektvoll erklärt hat, dass es ein wenig länger dauert oder so.

Ist das also die Definition von "nicht gesellschaftsfähig"? Fall ich damit negativ auf? Wenn ich höflich meinen Wunsch äußere? Bin ich mäkelig, wenn ich "eine Extrawurst" (welch Ironie, höhö) im Restaurant will?

Finde ich nicht. Ich finde, es ist mein gutes Recht als selbstbestimmter, denkender Mensch, nachzufragen, ob ich etwas anderes bekommen könnte als angeboten.

Das passiert doch täglich und ständig und überall auf der Welt.
IMMER. Jeder äußert seinen Wunsch, und der Dienstleister versucht ihn zu erfüllen. (Oder auch nicht)

"Können wir heute mal Film schauen anstatt Mathe zu machen?" "Gibts die Jacke auch in grün?" "Können Sie die Entwürfe für mein neues Haus vielleicht nochmal überarbeiten, ich will doch lieber einen Wintergarten und keine Terrasse" "Können sie mir die Haare bitte etwas kürzer schneiden und Strähnchen machen? Aber bitte nicht mit diesem Chemiekrams." "Könnten Sie mir bitte das Gericht ohne Käse und Butter servieren und statt dessen etwas Kräuter drantun?"

SAME SAME. Nur fällt es im Alltag nicht auf. Sobald man aber das Wort "Vegan" sagt ist der Fokus auf das "Anders-Sein" gelenkt und dann gilt man als Sonderling, wenn man seinen Wunsch äußert.

Dennoch: Bisher hat mir noch keiner die Freundschaft gekündigt, mit dem ich essen war. Und ja, es gibt sogar Menschen, die MEHRMALS mit mir Essen gehen und es allem Anschein nach auch in Zukunft noch tun werden. Unglaublich!

Nochmal ein anderes Beispiel.

Eine Bekannte von mir HASST Rucola. Sie bestellt jeden Salat ohne Rucola. Und wenn sie es vergisst, und dann Rucola drin ist, schimpft sie 10 Minuten darüber, wie scheiße es doch ist, dass dieses eklige Zeug in jeden Salat muss.

Wo liegt der Unterschied zwischen ihr und Veganern? Bei ihr ist es "das schmeckt mir nicht". Bei uns ist es "das wollen wir aus ethischen, ökologischen und gesundheitlichen Gründen nicht essen".

Der nächste Unterschied: Rucola ist im Salat und schlimmstenfalls noch auf Pizza.

Tierische Produkte sind fast ÜBERALL drin.

Für Rucola stirbt und leidet kein Tier, und kein Regenwald wird abgeholzt. Trotzdem fühlt sie sich total im Recht, meckern zu dürfen. Und das macht sie auch nicht grade auf die sympathische Art und Weise. Und sie erwartet, dass man akzeptiert und respektiert, dass ihr Rucola nicht schmeckt. Sie fühlt sich garantiert total gesellschaftsfähig, obwohl sie keinen Rucola isst und der halt heutzutage nunmal überall drin ist.

MIR SCHMECKEN TIERISCHE PRODUKTE. Ja, echt. Aber ich will sie trotzdem auf keinen Fall essen.

So. Wo liegt also das Problem? Ich seh keins.

10.1.14 10:51, kommentieren

Mein Ersatz für Aufklärungsgespräche...

"Veganer werden ist nicht schwer, vegan sein dagegen sehr?" Jetzt kommt Jammern auf hohem Niveau!

Ja, ich bin vegan.
Ja, ich hab noch Spaß am Leben.
Sogar mehr als ab und zu.
Ja, veganes Essen schmeckt super lecker. Kaum zu glauben!

Nein, ich kann nicht "gar nichts" mehr essen.
Nein, ich habe weder Eisen- noch Eiweiß noch sonst einen Mangel. Meine Blutwerte sind wie aus dem Bilderbuch.

Nein, ich fühle mich nicht ausgegrenzt aus der Gesellschaft.
Und ja, ich werde das auch weiterhin so halten. Also vegan sein. Weil es der bestmögliche Weg für mich ist. Ich finde es war die beste Entscheidung meines bisher knapp 32 Jahre dauernden Lebens, vegan zu werden.

Soviel dazu, und nun zum eigentlichen Anlass meines Blogs.

Ich hab überhaupt keinen Bock mehr, ständig immer nur über "das eine Thema" reden zu müssen. Ich will nicht mehr ständig über das vegan sein reden. Alle fragen, fragen, fragen. Wollen Tipps, Hintergründe, Zusammenhänge, Erklärungen.

Das ist, als wäre ich "nur noch" Veganer und alle anderen menschlichen Eigenschaften rutschen in den Hintergrund. Ich bin doch kein Missionar! Und wozu gibts google? Ich hab mir mein Wissen auch selbst erarbeitet. Und nur weil ich vegan lebe, heisst das nicht, dass ich ständig darüber reden will. Ihr redet ja auch nicht ständig über euer Essen und wie ihr damit lebt.

Ok, das war jetzt irgendwie ziemlich aggro, tschuldi.

Wiedergutmachung:
Klar, es ist total toll, wenn Menschen sich dafür interessieren, wieso, weshalb und warum man vegan lebt. Noch toller ist es, wenn sie während dieser Unterhaltung nicht schon von vornherein entschieden haben, meine Antworten als "Gelaber" abzutun, sondern sich wirklich ein aktiver Denk- und im Ideallfall auch ein Erkenntnisprozess daraus ergibt.
Das ist toll, super, erstrebenswert. Und je mehr Menschen anfangen, mal über "das, was abgeht in der Welt" nachzudenken, desto besser.

Ich weiß ja, dass viele ein Lied davon singen können, wie oft man als Veganer dumm angemacht wird und auf Ignoranz oder Unverständnis trifft. Mir passiert das nie. Warum? Ich will auch mal!


Komischerweise passiert mir (fast) immer nur das Gegenteil. Die Menschen, die von meiner veganen Lebensweise erfahren, fragen mit der Zeit immer mehr. Akzeptieren es, berücksichtigen es, nehmen mich ernst. Wollen mit mir kochen. Wollen wissen, wann ich was wo wie und warum einkaufe.

Und einige wollen es dann wirklich mal ausprobieren und tun es auch. Oder weden sogar "richtig" vegan.
Das ist toll. Ich hab scheinbar nur tolle Menschen um mich rum! Mein Bruder z.B. war an Weihnachten da, wir haben zusammen gekocht, und vor 2 Tagen erfahre ich dann, dass er seitdem ausschließlich und vollkommen freiwillig (und OHNE, dass ich ihn davon überzeugen wollte) vegan gelebt hat.
Geil, oder? -Ja!

Aber irgendwie nervts mich trotzdem. So sehr, dass ich jetzt allein durch das Schreiben genervt bin und gleich aufhöre.

Nichtsdestrotrotz habe ich die Sache für meinen ersten Eintrag relativ rund gemacht. Denn, was ich eigentlich sagen wollte, ist: Ich schreibe diesen Blog, damit ich in Zukunft im wahren Leben auch über andere Sachen reden kann. Hoffentlich.

See you later

9.1.14 12:50, kommentieren